TSCHAKKA, DU SCHAFFST ES
Das Tagebuch der Nadine von Hohenwaldt

April 1944

Sonntag, 02. April 1944

War heute mit Elke Federball spielen. Wir sind mit dem Rad zur Wilhelm-Bluhm-Anlage hinter dem Messegelände gefahren und haben uns dort ausgetobt. Hinterher haben wir noch lange an der Oder gesessen und gequatscht. Ich denke, sie versteht, dass ich im Augenblick nicht ganz zurechnungsfähig bin. Ich habe tunlichst vermieden, Franz beim Namen zu nennen. Doch ich denke, sie weiß, dass ich sie auch weiterhin lieb habe. Und ganz ehrlich, als sie seinerzeit mit ihrem Eberhard zusammen kam, da gab es auch für sie kein anderes Thema mehr. Auch sie hätte damals am liebsten jede freie Minute mit ihm verbracht.

Mittwoch, 05. April 1944

Ostern steht vor der Tür und so langsam wagt sich der Frühling hervor. Der letzte Schnee liegt jetzt in dunklen Ecken, in die kein Sonnenstrahl fällt und wenn es auch allenthalben feucht und matschig ist, so geht doch ein Wandel mit den Menschen vonstatten. Man kleidet sich auf einmal farbenreicher und ist freundlicher. Auf so mancher Wiese gucken verschämt ein paar Krokusse hervor.  

Mittwoch, 12. April 1944

Die Ostertage waren sehr schön. Am Sonntagmorgen ging es in den Dom zum Gottesdienst und nachmittags habe ich mich mit Elke getroffen. Montag hatte sich Besuch zum Kaffeetrinken am Nachmittag angesagt und ich hoffte, mich vormittags mit Franz treffen zu können. Leider waren im Hause Reeders die Eltern von Frau Reeders zu Besuch und so musste Franz mit ihnen frühstücken und konnte erst am späten Vormittag aus dem Haus. Wir liefen ein Stück den Weidendamm hinunter und setzten uns am Fähranleger auf eine Bank. Sehr warm war es zwar nicht, aber die Sonne schien und mit etwas gutem Willen war es doch auszuhalten.

Montag Nachmittag waren Elke und ich bei der Jana, später kam auch die Gudrun vorbei und wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Gegen Abend kamen Hermann und Paul und nahmen schließlich die Gudrun mit heim zu den Bailacs.

Donnerstag, 20. April 1944

Trotzdem hat mich Franz gestern auf dem Campus abgepasst und von einem Aushang am schwarzen Brett erzählt. Der Studentenbund bietet am kommenden Wochenende zuzüglich dem Maifeiertag eine Radausfahrt zum Zobten an mit dortigem Zelten. Heute nun haben wir uns dafür angemeldet und nun hoffen wir zwei, dass es mit dem Regen wieder aufhört.